Temperaturen, Massendichten, und horizontale Winde bei 68°S

  • Temperaturen in NLC/PMSE-Höhen (ca. 80-85 km) sind in der Südhemisphäre (SH) nur um wenige Grade höher als in der Nordhemisphäre (NH) ; PMSE und NLC sollten unter diesen Umständen auftreten. Tatsächlich beobachteten Chu et al. (GRL, 2004) einige Jahre später mit einem Lidar leuchtende Nachtwolken auf Rothera.
  • Der Übergang vom Sommer- in den Winterzustand erfolgt in der Südhemisphäre Mitte Februar , damit deutlich früher als im vergleichbaren Zeitraum in der Nordhemisphäre. Die frühe Umkehr ist sowohl in den Temperaturen als auch in den horizontalen Winden zu beobachten.
  • Modellrechnungen mit LIMA zeigen, dass die Mesopausenregion in der SH in der Tat nur um wenige Grad wärmer ist als in der NH. Dies reicht jedoch aus, um signifikante Unterschiede in der Morphologie von Eisschichten zu bewirken, so wie aus Satellitenbeobachtungen abgeleitet.
  • Der Temperaturunterschied (SH/NH) wächst mit abnehmender geographischer Breite, wodurch erklärt ist, warum es in 62°S praktisch keine PMSE gibt, während jüngste Messungen bei 69°S von Morris et al. (GRL, 2004) sehr oft PMSE zeigen. Der Temperaturunterschied zwischen SH/NH wird durch dynamische Effekte und zum Teil durch die Exzentrizität der Erdbahn verursacht. 
Das erste mit insitu-Methoden gemessene Temperaturprofil in antarktischen Breiten, welches die gesamte Mesosphäre und die obere Stratosphäre erfasst (durchgezogene Linie). Die entsprechende fallende Kugel wurde am 5. Januar 1998 um 19:10 UT gestartet. Zum Vergleich sind das Juli-Profil aus der NH (gestrichelte Linie, aus Lübken [1999]), sowie das Januar-Profil bei 70°S aus der Referenzatmosphäre CIRA-1986 gezeigt (punktierte Linie). Die Abbildung ist aus Lübken et al. (Geophys. Res. Lett., 1999) entnommen.
Abweichungen der mittleren Temperaturen bei Rothera (68°S) zu den entsprechenden Sommerwerten bei Andøya (69°N). Positive Abweichungen kennzeichnen höhere Temperaturen in der SH (aus Lübken et al. J. Geophys. Res., 2004).

Daten