Das Juliusruh-Meteorradar
Kurze elektromagnetische Impulse werden von einer Sendeantenne zirkumpolar ausgesendet und von Ionisationsspuren einfallender Meteoroide zurückreflektiert, wenn die Ionisationsspur senkrecht zum Radarstrahl liegt. Das Meteorecho wird mit einer aus 5 gekreuzten Yagiantennen bestehenden Empfangsantenne aufgenommen und interferometrisch ausgewertet, so dass für jede mit dem Neutralgaswind bewegte Ionisationsspur Ort, Echoamplitude und radiale Geschwindigkeit bestimmt werden kann. Aus einer Vielzahl solcher individueller Informationen kann u. a. das Windfeld im Bereich zwischen etwa 80 - 110 km abgeleitet werden. Meteorbeobachtungen in Juliusruh wurden kontinuierlich zwischen November 1999 und August 2001 auf 32,55 MHz und werden ab Mai 2007 auf 32,55 MHz und 53,5 MHz durchgeführt.
Technische Parameter
Frequenz | 32.55 MHz & 53.5 MHz |
Spitzenleistung | 12 kW |
Impulsbreite | 13.3 µs |
Höhensauflösung | 2 km |
Sendeantenne | 1 gekreuzte 3-Elemente Yagiantenne |
Empfangsantenne | 5 gekreuzte 2-Elemente Yagiantenne |

- Oberer Teil: Jahreszeitliche Variation der Temperatur nahe 87-90 km Höhe aus Meteorbeobachtungen in Juliusruh (54,6°N, rote Kreuze), aus OH* Messungen in Wuppertal (51,3°N, grüne Punkte) und von Kalium-Lidar Messungen in Kühlungsborn (54,1°N, schwarze Kreuze). Unterer Teil: Temperaturabweichungen der OH* (grüne Punkte) und der Lidar Temperaturen (schwarze Kreuze) von den Meteortemperaturen in Juliusruh.
Beobachtungsdaten
- Individuelle Meteorechos (Zeit, Ort, Echoamplitude, radiale Geschwindigkeit)
- Windfeld für 80 - 110 km (Stundenmittelwerte, Grundwinde, 12h- und 24h-Gezeit)
- Temperatur in 90 km (aus ambipolarem Diffusionskoeffizienten)
- Daten über einfallende Meteoroiden (Eintrittsgeschwindigkeit, Radiant)

