Meteorologische Raketen

Ein einfaches Raketensystem zur Bestimmung meteorologischer Parameter im Höhenbereich von 20- 95 km.

Durch den Einsatz von meteorologischen Raketen wurden in den 1960er Jahre große Fortschritte bei der Erforschung der thermischen und dynamischen Struktur der mittleren Atmosphäre gemacht. Seit damals wurden Tausende meteorologische Raketen in koordinierten Messkampagnen zur Erforschung des Temperatur- und Windfeldes und der Ozonverteilung der mittleren Atmosphäre gestartet. Für ein Beispiel aktueller Forschung mit meteorologischen Raketen siehe unsere Forschungsergebnisse zur thermischen Struktur der Mesosphäre.

Die mit meteorologischen Raketen gewonnenen Daten spielten eine Schlüsselrolle für unser Verständnis der mittleren Atmosphäre und zeigten insbesondere, dass diese wesentlich durch dynamische Prozesse kontrolliert wird.

Am IAP werden so genannte “Fallende Kugeln” (engl. Falling spheres) und “Folienwolken” (engl. Chaff clouds) eingesetzt.

Photo einer aufgeblasenen fallenden Kugel beim Flug (besser „Fall“) durch die Atmosphäre.

Das Messprinzip mit meteorologischen Raketen beruht darauf, dass eine Fallende Kugel bzw. eine Folienwolke mit Hilfe einer kleinen Rakete in eine Höhe von 90 – 120 gebracht wird. Dort wird die Kugel bzw. die Folienwolke aus der Rakete ausgestoßen, woraufhin diese durch den Wind advektiert bzw. durch die Luftdichte abgebremst werden. Die Flugbahn dieser Objekte wird währenddessen mit einem hochgenauen Bahnverfolgungsradar vermessen.

Prinzip atmosphärischer Messungen mit meteorologischen Raketen.

Aus der zeitlichen Variation der Flugbahn (genauer: aus der ersten und zweiten zeitlichen Ableitung) lassen sich dann Winde und Dichten bestimmen.

 

Met Raketen

Foto einer meteorologischen Rakete auf der Abschussrampe.