Weitere Temperaturmessungen

Temperaturmessungen in der Mesopausenregion mit dem mobilen K-Lidar

Zielsetzung

Um ein besseres Verständnis über das zeitliche und räumliche Verhalten der thermischen Struktur der Atmosphäre zu erlangen, ist es nötig an vielen verschiedenen Standorten Temperaturmessungen durchzuführen. Mit dem weltweit einzigen mobilen Dopplerlidar für die Mesosphäre/untere Thermosphäre, dem containerisierten Kalium-Resonanzlidar, können solche Messungen kontinuierlich mit guter Zeit- und Höhenauflösung im Höhenbereich von 80 bis 105 km durchgeführt werden (Abbildung 1). Die ersten erfolgreichen Messungen wurden 1995 an der Außenstelle des Instituts in Juliusruh (54°38 ′N, 13°24 ′O) demonstriert [Höffner und von Zahn, 1995].

Im Anschluss wurde 1996 eine Messkampagne auf dem Forschungsschiff ”Polarstern“ des Alfred-Wegener-Instituts durchgeführt, um erstmals die Breitenabhängigkeit der Mesopause von 71°S bis 45°N zu untersuchen (Abbildung 2). Dabei wurde auf experimentellem Wege ein bimodales Höhenverhalten der Mesopause, die so genannte Zwei-Niveau-Mesopause entdeckt [von Zahn et al., 1996]. Gleichzeitig wurden Kaliumdichten bestimmt und ein entsprechendes Modell der Kaliumschicht entwickelt [Eska et al., 1999]. Von Juni 1996 bis Februar 1999 wurde das mobile Lidar anschließend am Institut in Kühlungsborn im Routinebetrieb betrieben (54°07 ′N, 11°46 ′O). Durch kontinuierliche Messungen an einem Ort über Jahre hinweg wurde das Zwei-Niveau-Verhalten der Mesopause bestätigt [She und von Zahn, 1998] und lieferte zusätzlich neue Erkenntnisse über das jahreszeitliche Verhaltens der Kaliumschicht [Eska et al., 1998]. Diese Messungen zeigen auch erstmals die Existenz von freien Metallatomen oberhalb von 110 km Höhe [Höffner und Friedman, 2004]. In Kombination mit den Messungen des Metall-lidar konnte zudem erstmals das Metallverhältnis von verdampfenden Meteoren beim Eintritt in die Atmosphäre bestimmt werden [von Zahn et al, 1999]. Seit 2001 werden die Temperaturmessungen mit einem zweiten, stationären K-Lidar in Kombination mit dem RMR-Lidar weitergeführt. Diese Kombination erlaubt gleichzeitige Messungen von Temperaturen von der Troposphäre bis in die untere Thermosphäre hinein.

Das mobile K-Lidar wurde von März 1999 bis Dezember 2000 auf der Kanarischen Insel Teneriffa (28°18 ′N, 17°31 ′W) in einer Höhe von 2390 m betrieben, um in niedrigen Breiten das Zwei-Niveau-Verhalten der Mesopause zu untersuchen. Dort wurden auch erste Versuche zur Entwicklung eines Tageslichtfilters durchgeführt [Fricke-Begemann et al.,2002]. Ende 2000 wurden erstmals kontinuierlich über sieben Tage hinweg Temperaturen gemessen [Fricke-Begemann und Höffner, 2005].

Von Mai 2001 bis August 2003 wurde das Lidar auf der arktischen Insel Spitzbergen in der Nähe des Ortes Longyearbyen (78°14 ′N, 15°23 ′O) auf einem Hochplateau betrieben (Abbildung 3). Neben der Untersuchung von NLC und deren jahreszeitlichen Verhalten [Höffner et al., 2003] stand die Untersuchung der thermischen Struktur der Mesopause im Vordergrund. Seit 2004 wird das K-Lidar zum weltweit ersten Eisen Dopplerlidar weiterentwickelt, um  zukünftig bessere Messungen am Tage durchführen zu können [Lautenbach und Höffner, 2004].

Abbildung 1: Alexandrite Ring Laser des mobilen K-lidar.
Abbildung 2: Polarstern vor der antarktischen Küste. Das mobile K-Lidar befand sich am höchsten Punkt oberhalb der Brücke.
Abbildung 3: Das K-Lidar auf Spitsbergen in 450 m Höhe. Wegen der Witterungsbedingung im Winter wurde der Container auf einer eigens gebauten Plattform installiert. Im Vordergrund ist das Kühlgerät für den Alexandrit Ringlaser zu sehen.

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