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Claudia Stolle ist die Preisträgerin der William B. Hanson Lecture 2022 der AGU für Weltraumphysik und Aeronomie

Kühlungsborn - Claudia Stolle wurde als Preisträgerin der William B. Hanson Lecture 2022 der American Geophysical Union‘s (AGU) Sektion für Weltraumphysik und Aeronomie (SPA) bekannt gegeben. Die Auszeichnung der Sektion wird an Personen verliehen, die sich durch ihre Arbeit oder ihren Dienst um den Fortschritt und die Förderung der Entdeckungen und Lösungen in der Wissenschaft verdient gemacht haben. Die AGU, eine gemeinnützige Organisation, die weltweit 130.000 Begeisterte und Experten der Erd- und Weltraumwissenschaften unterstützt, zeichnet jährlich eine ausgewählte Anzahl von Personen im Rahmen ihres Ehrungs- und Anerkennungsprogramms aus.

Mit der William B. Hanson-Lecture werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Mitte ihrer Laufbahn ausgezeichnet, die durch innovative Beobachtungs- und Interpretationsansätze die Wissenschaftsgemeinschaft prägen und eine breit gefächerte Interpretation fördern, die alle Disziplinen der SPA voranbringt.

Seit Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn hat Claudia Stolle ein großes Interesse an der Atmosphären- und Weltraumforschung. Ihr Fachwissen liegt in den Bereichen der Kopplung von Atmosphäre und Ionosphäre und des Geomagnetismus mit Schwerpunkt auf der Nutzung von Beobachtungen auf Satelliten im niedrigen Orbit. In ihrem wissenschaftlichen Umfeld hat sie immer auf die gemeinsame Analyse von weltraum- und bodengestützten Daten hingearbeitet und die Interpretation mit Daten empirischer und physikalisch basierter Modelle betont.

Ihr aktiver Forschungsweg lässt sich anhand verschiedener Meilensteine nachvollziehen: Sie leitete mehrere ESA-Projekte zur wissenschaftlichen Nutzung der Swarm-Satelliten Daten der ESA, organisierte einen ISSI-Workshop "Earth Magnetic Field: Understanding Sources from the Earth's Interior and its Environment" und war Sprecherin des Schwerpunktprogramms "Dynamic Earth" der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Sie hat verschiedene wissenschaftliche Sitzungen u.a. auf den EGU, AGU, IAGA Tagungen geleitet und war Gastherausgeberin von 4 Sonderausgaben in begutachteten Fachzeitschriften. Weiterhin stärkt sie die SPA-Community durch ihre aktive Mitgliedschaft in verschiedenen wissenschaftlichen Gremien.

Bevor sie 2021 die Leitung des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik und eine Professur für Atmosphärenphysik an der Universität Rostock antrat, arbeitete Claudia Stolle acht Jahre lang als Leiterin der Sektion 2.3 Geomagnetismus am GFZ Potsdam und als Professorin für Geomagnetismus an der Universität Potsdam, Deutschland. In ihrer Forschungslaufbahn arbeitete sie als Wissenschaftlerin an der Technischen Universität Dänemark (DTU) Space und forschte als Postdoktorandin am GFZ Potsdam. Als Nachwuchswissenschaftlerin erhielt sie ein Marie-Curie-Stipendium am Sodankylä Geophysical Observatory der Universität Oulu, Finnland. Sie promovierte in Meteorologie an der Universität Leipzig, Deutschland. Bis heute hat sie insgesamt 140 Forschungsarbeiten mit 3393 Zitaten veröffentlicht.

Claudia Stolle zum Erhalt der Auszeichnung:

"Dass ich für die William-B.-Hanson-Lecture der SPA-Sektion der AGU ausgewählt wurde, ist eine große Ehre für mich, und ich bin der Community für diese Anerkennung dankbar. Über die oberen Schichten unserer Atmosphäre zu lernen, wo viele Menschen oft noch glauben, dass die Atmosphäre bereits zu Ende ist, ist höchst spannend. Ihre komplexe Wechselwirkung mit unserem meteorologischen Wetter, mit dem erdnahen Weltraum sowie mit dem geomagnetischen Feld, neue Herausforderungen in Bezug auf instrumentelle Fähigkeiten und Satellitenmissionen und ihre Auswirkung auf die moderne gesellschaftliche Technologie sind faszinierend und motivieren fortlaufend zu neuen Erkenntnissen. Die Arbeit in diesen Bereichen lebt von multidisziplinären Lösungen. Mein besonderer Respekt und Dank gilt allen Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich die Gelegenheit hatte, zusammenzuarbeiten und Kontakte zu knüpfen. Die Gemeinschaft steht erst am Anfang, um von interdisziplinären Ansätzen in einem Bereich zu profitieren, in dem der Weltraum Atmosphäre erfährt".

Die AGU wird die diesjährigen Preisträger während der #AGU22-Herbsttagung vom 12. bis 16. Dezember 2022 in Chicago, IL, und online überall auszeichnen. Dieses Ereignis gibt der AGU-Gemeinschaft die Gelegenheit, die herausragende Arbeit dieser Kollegen zu würdigen und sich von ihren Leistungen und Geschichten inspirieren zu lassen.

IAP (www.iap-kborn.de) Das Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik (IAP) ist eines der deutschen Zentren für die Erforschung der mittleren Atmosphäre und in weltweite Kooperationen eingebunden. Es hat seinen Hauptsitz im Ostseebad Kühlungsborn, eine Außenstelle in Juliusruh und beteiligt sich maßgeblich an einem Observatorium in Nordnorwegen (ALOMAR). Als An-Institut der Universität Rostock ist das IAP fester Bestandteil des Lehrprogramms in Physik. Am IAP sind ca. 80 Mitarbeiter/innen beschäftigt. Es betreibt eine gleichstellungs- und familienorientierte Personalpolitik und ist durch das Audit "berufundfamilie" zertifiziert.

Kontakt:
Tanja Bodendorf
bodendorf@_we_dont_like_spam_iap-kborn.de