EULIAA Lidar besteht Härtetest auf dem Jungfraujoch

Per Hubschrauber auf 3.578 Meter: Ein im europäischen Projekt EULIAA entwickeltes kompaktes UV Lidar hat auf dem Jungfraujoch seine bislang anspruchsvollste Bewährungsprobe bestanden. Bereits wenige Stunden nach der Installation gelangen die ersten erfolgreichen Messungen.

Im Rahmen einer europaweiten Validierungskampagne wurde das Messsystem zur Forschungsstation SPHINX auf dem Jungfraujoch transportiert. Die Spannung beim Team des IAP war groß: Würden die empfindlichen optischen Komponenten den Flug und die rauen Bedingungen im Hochgebirge unbeschadet überstehen?

Die ersten Analysen brachten schnell Gewissheit. Sämtliche optischen Komponenten funktionierten unverändert, eine erneute Justierung war nicht notwendig. „Es war beeindruckend zu sehen und zu erleben, wie die abfallende Spannung und aufkommende Euphorie der erfolgreichen Installation das Team beflügelt hat. Es gibt nur wenige Momente, in denen jahrelange Arbeit tatsächlich am gefühlt doch sehr dünnen Seil hängt“, sagt Prof. Gerd Baumgarten, Leiter der Abteilung Optische Sondierungen und Höhenforschungsraketen am IAP.

Zuvor hatte sich das Lidar bereits am ALOMAR Observatorium in Nordnorwegen und am Observatoire de Haute Provence in Frankreich bewährt. Das Jungfraujoch bildete mit seiner Höhenlage, dem extremen Wetter und dem anspruchsvollen Transport den Höhepunkt der Kampagne.

In EULIAA arbeiten sieben Partner aus Wissenschaft und Industrie an einer neuen Generation kompakter UV Lidarsysteme. Das getestete System entstand in enger Zusammenarbeit zwischen dem Fraunhofer Institut für Lasertechnik ILT und dem IAP. Während das Fraunhofer ILT die neuartigen UV-Laser entwickelte und konzipierte, baute das IAP das eigentliche Messsystem.

Langfristiges Ziel von EULIAA ist ein europäisches Netzwerk, das Wind, Temperatur und Aerosole bis in etwa 50 Kilometer Höhe kontinuierlich erfassen kann. Die erfolgreiche Kampagne auf dem Jungfraujoch ist dafür ein wichtiger Meilenstein und zeigt zugleich, welchen Beitrag Hightech aus Mecklenburg-Vorpommern zur europäischen Atmosphärenforschung leistet.

 

Im Gruppenbild oben v.l.n.r.: Gerd Baumgarten (IAP), Dr. Michael Strotkamp (ILT), Thomas Furter (Hochalpine Forschungsstationen Jungfraujoch und Gornergrat), Dr. Jan Froh (IAP), Dr. Josef Höffner (IAP), Dr. Pablo Saavedra Garfias (IAP), Anne-Claire Billault-Roux (MeteoSwiss)