Projektbeschreibung AMILIS
Anthropogenic Material Influx LIdar Study
AMILIS: Langzeitmonitoring der Raumfahrt-Rückstände – von Metallen bis zu Aerosolen
Jeder Satelliten-Wiedereintritt setzt eine Mischung aus Metallen, Oxiden und Aerosolen frei – doch wie verteilen sich diese Stoffe langfristig in der Atmosphäre? AMILIS (Anthropogenic Material Influx LIdar Study) ist das erste Projekt, das diese anthropogenen Spurenstoffe systematisch und über Jahre hinweg vermisst – neben mittleren Breiten auch mit Fokus auf die polare Atmosphäre bei 69°N.
Unsere Methode
Am IAP in Kühlungsborn nutzen wir ein Hochleistungs-Multi-Spezies-Lidar, das speziell für die Detektion von Metallen wie Lithium, Aluminium und Kupfer ausgelegt ist. Gemeinsam mit dem RMR-Lidar am ALOMAR-Observatorium (Norwegen) erfassen wir zudem Aerosol-Verteilungen in der Arktis – einer Region, die besonders empfindlich auf atmosphärische Veränderungen reagiert. Durch den Einsatz von Machine Vision analysieren wir die Daten und erstellen einen mehrjährigen, geografisch aufgelösten Datensatz, der anthropogene Einträge mit natürlichen Hintergrundvariationen vergleicht.
Warum das wichtig ist
AMILIS dokumentiert nicht nur den aktuellen Zustand, sondern zeigt auf, wie sich die Atmosphäre durch Raumfahrt langfristig verändert. Die Ergebnisse liefern die wissenschaftliche Grundlage, um diese neue Form der Kontamination zu bewerten – und bilden die Basis für globale Klimamodelle und zukünftige Regulierungen.
Zusammenhang mit RAISE
Während RAISE die Zusammensetzung und Freisetzung der Spurstoffe beim Wiedereintritt untersucht, konzentriert sich AMILIS auf ihre räumliche und zeitliche Entwicklung – insbesondere in kritischen Regionen wie der Arktis.