Multistatic Meteor Radar Workshop

Bildgebende Verfahren für Meteor-Radare – Neue technische Entwicklungen und wissenschaftliche Fragen

Kühlungsborn, 02.06.2016

Meteorradare sind wichtige Hilfsmittel zur Beobachtung der oberen Atmosphäre. Ihre Beobachtungsergebnisse erlauben Rückschlüsse über das extraterrestrische Material, das in das Erdsystem eingetragen wird. Dabei kommen sowohl Radare mit einem sehr breiten Radarstrahl, sogenannte All-sky Meteorradare, als auch Systeme mit einem sehr schmalen Radarstrahl zum Einsatz. All-Sky Radare sind gelegentlich mit zusätzlichen Empfangsantennenfeldern im Abstand von einigen Kilometern ausgestattet. Im Falle eines sehr kurzen Abstandes zwischen Sender und Empfänger können somit Meteorflugbahnen bestimmt werden. Computer-gestützte GPS-Empfänger und GPS-kontrollierte Oszillatoren ermöglichen es, größere regionale mesoskalige Netzwerke multistatischer Meteorradare (kurz: MMR – Multistatic Meteor Radars) ins Auge zu fassen. Solche Netzwerke erlauben es, bisher nicht zugängliche aeronomische und astronomische Fragestellungen zu beantworten.

Zu diesem Thema fand vom 31. Mai zum 2. Juni ein Arbeitstreffen am Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik in Kühlungsborn statt. Das Anliegen war, den technologischen Stand der Meteorradare zu diskutieren und neue Konzepte vorzustellen, wie diese neuen Technologien zu einem tieferen Verständnis der Physik der oberen Atmosphäre genutzt werden können. Das dreitägige Seminar wurde von 34 führenden Wissenschaftlern aus Australien, Belgien, Deutschland, Japan, Kanada, Peru, Schweden und den Vereinigten Staaten besucht, und ermöglichte einen dynamischen Austausch und Diskussionen über die aufkommenden Technologien sowie offenen wissenschaftlichen Fragenstellungen, die mit den neuen Systemen angegangen werden können. „Während des Treffens wurde der Stand der Technik und der wissenschaftliche Bedarf an mesoskaligen Radar-Netzwerken aufgezeigt”, Jorge Luis Chau, Leiter der IAP-Radar-Abteilung und Mitorganisator dieses Arbeitstreffens. „Es herrschte Übereinstimmung darüber, dass multistatische Radare ein hohes Potential zur Bearbeitung offener wissenschaftlicher Fragestellungen haben und dass die technische Systementwicklung zu fördern ist. Diese Entwicklung schließt die Erweiterung des Deutsch-Norwegischen MMARIA-Systems und die internationale Zusammenarbeit bei ähnlichen Netzwerken in den Vereinigten Staaten und Australien ein.”

Der MMR-Workshop war durch Scott Palo (University of Colorado, Boulder, USA) mitorganisiert und vom NSF unterstützt. Weitere Information auf < https://www.iap-kborn.de/1/current-issues/workshops/multistatic-meteor-radar/ >.

Kontakt: Direktor Prof. Franz-Josef Lübken luebken@_we_dont_like_spam_iap-kborn.de