Erfolgreiche PMWE-Starts

Aktuelle Informationen vom Höhenforschungsraketenprojekt

Kühlungsborn, den 19.04.2018

Die erste Kampagne des PMWE-Projekts lief vom 08.04.2018 bis 18.04.2018 – zwei Höhenforschungsraketen wurden erfolgreich gestartet. Polare Mesosphärische Winter-Echos (PMWEs) sollten vermessen werden und wurden tatsächlich erfolgreich beprobt - die ersten Ergebnisse sehen vielversprechend aus.

Die zwei bestückten und austarierten Raketen sind zum Start bereit (Foto: Marcus Hoerschgen-Eggers / DLR-MORABA)

Ziel des Projektes ist es, PMWEs zu untersuchen und die Rolle von dynamischen Prozessen (Turbulenz) bzw. von Meteorstaubteilchen und negativen Ionen für ihre Bildung zu quantifizieren. Das Verständnis der grundlegenden Physik dieser Echos wird es ermöglichen, PMWE als Tracer zur dauerhaften Beobachtung von kleinskaligen dynamischen Prozessen in der Mesosphäre zu verwenden und damit bessere Kenntnisse über die Dynamik der Erdatmosphäre zu erhalten.

Am Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik (IAP) Kühlungsborn wurden zwei instrumentierte Nutzlasten konzipiert und zusammen mit der Mobile Raketenbasis (MORABA) und dem Institut für Physik der Atmosphäre (IPA) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) Oberpfaffenhofen sowie dem Institut für Raumfahrtsysteme (IRS) der Universität Stuttgart gebaut. Die eine, FIONA, ist für Ionenmessungen, die andere, DUSTIN, verfügt über Staub-Sensoren. Diese Instrumente sollen auf ein Apogäum von etwa 125 km transportiert werden und werden präzise Messungen der turbulenten Strukturen, der Neutralgasdichten und - temperaturen sowie von Meteorstaub und kleinskaligen Strukturen im Plasma liefern.

Außer durch die IAP-Radar- und IAP-Lidar-Systeme wird die PMWE-1 Kampagne vom ESRAD Radar in Kiruna und vom EISCAT Radar in Tromso unterstützt. Eine entscheidende Rolle bei der operativen Durchführung der Kampagne spielte das IAP-MAARSY-Radar. Dank seiner hohen Auflösung konnten die relativ kurzlebigen PMWEs in Realzeit detektiert werden und den Ausschlag für den genauen Starttermin geben.

Übersicht über die mit den Starts der
Höhenforschungsraketen vom Andoya Space Center abgestimmten Radar- und
Lidar-Beobachtungen (Grafik: PMWE-Team / IAP)
Rückstreusignal des MAARS-Radars mit PMWE-Signatur – die Rakete mit der FIONA-Nutzlast wurde daraufhin am 13.04.2018 09:44 UTC gestartet. (Grafik: PMWE-Team / IAP)
Start der FIONA-Nutzlast am 13.04.2018 (Foto: Trond Abramson / ASC)
Die erfolgreich geborgene FIONA-Nutzlast (Foto: PMWE Team / IAP)

Die erste Rakete mit der FIONA-Nutzlast wurde am 13.04.2018 gestartet, die zweite mit DUSTIN am 18.04.2018. Der Projektleiter Boris Strelnikov zum Abschluss: „Nun müssen wir uns noch um die Bergung kümmern und gleich mit der wissenschaftlichen Auswertung beginnen. MORABA und das Andoya Space Center haben großartige Flexibilität und Professionalität gezeigt, wofür wir ihnen sehr dankbar sind. Mission completed!“

PMWE ist ein vom IAP Kühlungsborn initiiertes Projekt mit der LMU München und dem IRS Stuttgart sowie zahlreichen Partnern, das seit Dezember 2016 läuft und durch das DLR gefördert wird. Weitere Information sind auf der Heimseite < https://www.iap-kborn.de/forschung/abteilung-optische-sondierungen-und-hoehenforschungsraketen/forschungsschwerpunkte/pmwe/ >.

Das Logo des Projekts (Grafik: PMWE-Team / IAP)

Das Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik (IAP) ist eines der deutschen Zentren für die Erforschung der mittleren Atmosphäre und in weltweite Kooperationen eingebunden. Es hat seinen Hauptsitz im Ostseebad Kühlungsborn, eine Außenstelle in Juliusruh und beteiligt sich maßgeblich an einem Observatorium in Nordnorwegen (ALOMAR). Als An-Institut der Universität Rostock ist das IAP fester Bestandteil des Lehrprogramms in Physik. Am IAP sind ca. 90 Mitarbeiter/innen beschäftigt. Es betreibt eine gleichstellungs- und familienorientierte Personalpolitik und ist durch das Audit "berufundfamilie" zertifiziert.

Kontakt: Direktor Prof. Franz-Josef Lübken luebken@_we_dont_like_spam_iap-kborn.de