Menschengemachter NLC-Trend

Pressemitteilung der AGU zu IAP-Artikel

Kühlungsborn, den 18.07.2018

Anthropogene Einflüsse verändern die Sichtbarkeit von leuchtenden Nachtwolken – das ist das Ergebnis einer kürzlich in den Geophysical Research Letters erschienenen Untersuchung von IAP-Wissenschaftlern. Darauf machte die Wissenschaftsorganisation AGU in einer Pressemitteilung aufmerksam. Diese Wolken zeigen sich in Sommernächten, wenn Eiskristalle in ca. 83 km Höhe von der Sonne angestrahlt werden. Dazu muss es nicht nur kalt genug sein - es muss auch ausreichend Wasserdampf vorhanden sein. Während die Kälte die Entstehung vieler kleiner Eiskristalle begünstigt, bewirkt die Feuchte die Bildung von besser sichtbaren größeren Teilchen. Es ist den Autoren gelungen zu zeigen, dass das Treibhausgas Methan das entscheidende Verbindungsstück zwischen menschlicher Aktivität und den mesosphärischen Eiswolken ist. Methan wird in der mittleren Atmosphäre zu Wasserdampf umgewandelt, , der sich dort somit seit 1800 um 40 % erhöht hat. “Dass das durch die Atmosphäre nach oben transportierte Methan über 100 Jahre einen so deutlichen Effekt hat, hat uns selber überrascht”, so der Hauptautor Franz-Josef Lübken.

 

Die American Geophysical Union < www.agu.org > ist der Förderung der Erd- und Raumwissenschaften zum Nutzen der Menschheit durch seine aufklärenden Veröffentlichungen, Konferenzen und Förderprogramme gewidmet. AGU ist eine nicht profitorientierte, professionelle, wissenschaftliche Organisation, die 60,000 Mitglieder in 137 Ländern repräsentiert. Die vollständige Pressemitteilung der AGU ist unter https://news.agu.org/press-release/climate-change-is-making-night-shining-clouds- more-visible/ zu finden, der besprochene Artikel ist

Lübken, F.-J., U. Berger & G. Baumgarten, 2018: On the Anthropogenic Impact on Long-Term Evolution of Noctilucent Clouds. Geophys. Res. Lett.: in press, doi:10.1029/2018gl077719.

 

Das Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik (IAP) ist eines der deutschen Zentren für die Erforschung der mittleren Atmosphäre und in weltweite Kooperationen eingebunden. Es hat seinen Hauptsitz im Ostseebad Kühlungsborn, eine Außenstelle in Juliusruh und beteiligt sich maßgeblich an einem Observatorium in Nordnorwegen (ALOMAR). Als An-Institut der Universität Rostock ist das IAP fester Bestandteil des Lehrprogramms in Physik. Am IAP sind ca. 90 Mitarbeiter/innen beschäftigt. Es betreibt eine gleichstellungs- und familienorientierte Personalpolitik und ist durch das Audit "berufundfamilie" zertifiziert.

Kontakt: Direktor Prof. Franz-Josef Lübken luebken@_we_dont_like_spam_iap-kborn.de