SIMONe war einfach perfekt

Neue Technologie überwachte 500 x 500 km mesosphärische Dynamik für 7 Tage

Kühlungsborn, 15.11.2018

Diese Kampagne war der erste große Einsatz für das “Spread-spectrum Interferometric multistatic Meteor radar Observing Network” (SIMONe), das am IAP in Zusammenarbeit mit der Universität von Tromso in Norwegen und dem Massachusetts Institute of Technology entwickelt wurde. Es wurde die größte je über einem Gebiet erzielte Zählrate von Meteorschweif-Echos erreicht, die es nun erlaubt, die mesosphärische Dynamik mit höherer räumlicher und zeitlicher Auflösung als je zuvor zu untersuchen.

SIMONe bestand aus 8 über Deutschland und Dänemark verteilten Stationen (davon drei mit Sende-Kapazität), was die Auswertung von 12 multistatischen Verbindungen über 7 Tage ermöglichte. Die unterschiedliche Kombination einer Vielzahl phasenkodierter Radarsignale gestattete die Registrierung von über 200,000 Meteorschweifen pro Tag. Die interferometrischen und multistatischen Informationen der Radarechos werden weiterverarbeitet, um das mesosphärische Windfeld in ca. 80 km Höhe einschließlich seiner Strukturfunktion zu bestimmen. Projektleiter Prof. Jorge Luis Chau dazu: “Dieser einzigartige Datensatz ist das Ergebnis innovativer Ingenieursarbeit der letzten Jahre, einschließlich 2 Bachelor-, 2 Master- und 1 PhD-Arbeiten sowie 4 Veröffentlichungen in internationalen Fachzeitschriften. Obwohl das Hauptanliegen dieser Kampagne das Testen von technischen und praktischen Aspekten unserer neuen Entwicklungen war, wird der Datensatzes auch im Hinblick auf Atmosphären- und Meteorphysik wissenschaftlich ausgewertet. Auf der Grundlage der vorläufigen hervorragenden Ergebnissen der Kampagne werden wir diese Systeme in den kommenden Jahren in Nordnorwegen, Zentralperu und dem südlichen Teil von Südamerika einsetzen, um die Mesosphärendynamik mit nicht dagewesener räumlicher und zeitlicher Auflösung und Abdeckung unter verschiedenen atmosphärischen Bedingungen zu untersuchen.”

Das SIMONe-Team dankt den folgenden Personen, die bei der Installation geholfen haben und den MISO-Betrieb sicherstellten: Rüdiger Lange (Salzwedel), Fred and Cladia Bauske (Mechelsdorf), Frank Schütz (Gulderup, Denmark), and Dieter Keuer (Breege). Die SIMONe-Aktivität wurde teilweise von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG, German Research Foundation) unter SPP 1788 (CoSIP)-CH1482/3-1 unterstützt, vom WATILA-Project (SAW-2015-IAP-1) und dem NSF Major Research Infrastructure grant AGS-1626041. Weitere Informationen über die Kampagne kann von http://www.radio-science.net/2018/11/simone-campaign-2018.html und http://www.radio-science.net/2018/11/simone-2018-campaign-update.html abgerufen werden.

Das Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik (IAP) ist eines der deutschen Zentren für die Erforschung der mittleren Atmosphäre und in weltweite Kooperationen eingebunden. Es hat seinen Hauptsitz im Ostseebad Kühlungsborn, eine Außenstelle in Juliusruh und beteiligt sich maßgeblich an einem Observatorium in Nordnorwegen (ALOMAR). Als An-Institut der Universität Rostock ist das IAP fester Bestandteil des Lehrprogramms in Physik. Am IAP sind ca. 90 Mitarbeiter/innen beschäftigt. Es betreibt eine gleichstellungs- und familienorientierte Personalpolitik und ist durch das Audit "berufundfamilie" zertifiziert.

Kontakte: Direktor Prof. Franz-Josef Lübken luebken@_we_dont_like_spam_iap-kborn.de ; Projektleiter Prof. Jorge L. Chau chau@_we_dont_like_spam_iap-kborn.de